Ganz schön spannend und umfangreich waren die Vorbereitungen für die seit langem beantragte Funkverbindung von Künzelsauer Schülern zu Alexander Gerst in der Internationalen Raumstation ISS.

Nach langem Warten und Bangen wurde der ersehnte Termin, von der ARISS-Organisation, Amateur Radio on the International Space Station, bestätigt: Am Dienstag, 16. Oktober 2018 konnten unsere Schüler mit dem ESA-Astronauten sprechen und ihm Fragen zu seiner Arbeit in der ISS stellen. Volker Schmid, der Manager von Alexander Gersts aktueller Mission horizons, reiste extra aus Bonn an und sprach über den Arbeitstag und die Experimente in der ISS. „Auch für mich ist es ein Erlebnis in Alexanders Heimatstadt, gemeinsam mit den Schülern, auf den gut zehnminütigen Funkkontakt hinzufiebern. Das ist für die Schüler ganz schön aufregend. Ich freue mich sehr darauf“, äußerte Volker Schmid sich.

Einige Monate an Planung und Abstimmung lagen im Vorfeld der Veranstaltung hinter den beteiligten Funkamateuren aus Künzelsau, Hohenlohe, Heilbronn und dem Ganerben-Gymnasium, der Georg-Wagner-Schule und der Freien Schule Anne-Sophie. Die engagierten Funkamateure haben ehrenamtlich die Verantwortung für die gesamte Funktechnik übernommen. Steffen Peikert, der Vorsitzende des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC) Ortsverband Hohenlohe P 33 und Reinhold Stadtmüller haben sich dazu Verstärkung vom Ortsverband Heilbronn P05, insbesondere von Jürgen Wetzel, Wolfgang Haug und Matthias Bopp, geholt. „Immerhin muss eine sehr komplexe Technik inklusive eines nahezu 20 Meter hohen Funkmastes im Außenbereich des CARMEN WÜRTH FORUM aufgebaut werden“, erklärt Matthias Bopp. Die passionierten Funker hatten schon mehrfach Funkkontakt mit dem ESA-Astronauten, der schon als Kind begeistert mit seinem Großvater von Künzelsau aus per Funk Verbindung in die ganze Welt gesucht hat. Der in Künzelsau aufgewachsene Alexander Gerst hat in der Vergangenheit immer wieder davon erzählt, dass er schon zusammen mit dem Opa seine Botschaften per Funk rund um die Welt - und manchmal auch zum Mond geschickt hat. 

Mit der großzügigen Unterstützung der DARC Ortsverbände Hohenlohe/Heilbronn, des Hauses Würth und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt organisierten die Künzelsauer Schulen um diesen Call ein interessantes Rahmenprogramm. Als von Künzelsau die Funkadresse der ISS „Delta Papa 0 India Sierra Sierra“ (DP0ISS) gerufen wurde, verfolgten das rund 1300 Schüler live im Carmen_Würth-Forum.

23 davon hatten Fragen vorbereitet und sie Alexander Gerst gestellt, die sie via einer glasklaren Funkverbindung beantworten konnte. Alexander Gerst war gut vorbereitet, motiviert und nahm sich viel Zeit für die Beantwortung unserer Fragen. Zu Beginn scherzte er sogar, dass er als ehemaliger Grundschüler der Georg-Wagner-Schule ja sogar das Fahrradfahren auf unserem Pausenhof gelernt habe.

„Die Schüler konnten sich mit ihren Fragen bewerben und wurden dann ausgewählt“, erklärte Edwin Straßer, Rektor des Ganerben-Gymnasiums. In Englisch und Deutsch mussten die Fragen bei der ARISS-Organisation eingereicht werden. Damit möglichst viele davon während der nur ungefähr zehnminütigen Funkverbindung gestellt werden konnten, wurde der Ablauf mit allen Schülern geprobt. „Das ist einzigartig, selbst mit Alexander Gerst zu sprechen“, so Florian Frank, Rektor der Georg-WagnerSchule. „Ich wünsche mir, dass sich die Schüler daran erinnern und später ihren Enkeln davon erzählen.“

 Jugendliche für Wissenschaft und Technik zu begeistern ist auch die Intension der Stadtverwaltung Künzelsau, die das Engagement der Schulen und Funker begleitet hat. „Wenn wir es schaffen, mit solchen Aktionen die Neugierde und das Interesse für Neues und Unentdecktes bei den jungen Menschen zu wecken“, so Bürgermeister Stefan Neumann, „ist das nach meiner Ansicht eine hervorragende Basis für einen interessanten Weg ins Leben und in den Beruf. Das unterstützen wir sehr gerne.“

Aber auch die Schüler selbst trugen zu der Show rund um den Call bei. Sie bereiteten Experimente vor und präsentierten diese den Teilnehmern aus den drei beteiligten Schulen. „Wir zeigen wie eine Rakete aufgebaut ist und funktioniert“, so Bernd Paukner, Leiter der Sekundarstufe 1 der Freien Schule Anne-Sophie und ermutigt die Jugendlichen: „Hört nie auf Fragen zu stellen.“ Schüler der Klassenstufen 7 bis 12 konnten selbst experimentieren – auch am Stand der Experimenta aus Heilbronn.

Filmzusammenfassung: 

https://www.youtube.com/watch?v=MBQuRwuzELY

Kompletter Filmmitschnitt:

https://www.kuenzelsau.de/de/entdecken-erleben/Stadtportrait/Bilder,-Filme

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