Georg WagnerProfessor Dr. Georg Wagner wird am 26. Juli 1885 in Künzelsau geboren. 1891-1899 besucht er die damalige Übungsschule des Lehrerseminars (heute Schlossgymnasium) und dort lässt er sich anschließend zum Volksschullehrer ausbilden. Bis 1905 ist er in diesem Beruf tätig, z.B. in Künzelsau, Heilbronn und Öhringen. 1906 legt Georg Wagner in Schwäbisch Hall das Abitur ab. Anschließend studiert er 4 Jahre lang Mathematik und Naturwissenschaften mit Geologie als Schwerpunkt. In seiner Doktorarbeit veröffentlicht er erstmals Forschungsergebnisse zu einem Thema, das ihn zeitlebens beschäftigen wird: Der Muschelkalk in Franken. Die ersten Jahre als Lehrer führen ihn nochmals ins Hohenlohische zurück, er unterrichtet an der Oberrealschule in Schwäbisch Hall, nimmt dann aber am Lehrerseminar in Nagold eine Professur an. Seine naturwissenschaftliche Karriere wird unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, er nimmt an ihm in voller Länge von 1914-1918 als Infanterieoffizier teil. 1918 heiratet er Hildegard Munder aus Künzelsau.

Als Professor für Chemie, Geologie und Biologie wechselt er 1925 an die Oberrealschule in Stuttgart und widmet sich in seiner Freizeit neben dem Beruf immer stärker der geologischen Forschung. Die Landschaftsgeschichte Süddeutschlands ist sein großes Thema, zahlreiche Veröffentlichungen beschäftigen sich damit und ergeben ein wissenschaftlich fundiertes Gesamtbild von der Entstehung unserer Berge, Täler und Gewässer. Die Bedeutung seiner Forschung drückt sich auch darin aus, dass er regelmäßig Vorlesungen an der Universität Tübingen und an der Hochschule in Hohenheim hält. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs, 1945, wird Wagner an das geologische Institut der Universität Tübingen berufen und gilt als der bedeutendste Geologe Süddeutschlands. Über 300 Bücher und Schriften verfasst er, und er wird weit über seine Heimat hinaus anerkannt in allen Fragen der Erd- und Landschaftsgeschichte. Zahlreiche Ehrungen werden ihm zuteil: Das große Bundesverdienstkreuz, der Schillerpreis der Stadt Marbach, Ehrenmitgliedschaft in zahlreichen Verbänden. Zu seinem 80. Geburtstag ernennt ihn die Stadt Künzelsau zum Ehrenbürger. 1972 stirbt der „Große Alte Mann der süddeutschen Geologie“ und wird auf dem Friedhof in Künzelsau begraben.

Im September 1985 wird Georg Wagner anlässlich seines 100. Geburtstags besonders geehrt. Dr. Hans Hagdorn (Ingelfingen) organisiert ein wissenschaftlich hochkarätiges Symposium zur Bedeutung Georg Wagners. Die Stadt Künzelsau verleiht der Realschule den Namen „Georg - Wagner - Realschule“.

Georg Wagner ist der Erforscher und Lehrer der Landschaft, in der wir leben, sie hat er im Besonderen erkundet und geologisch erschlossen, die Erinnerung an ihn soll mit dem Namen der Schule auch in den folgenden Generationen gewährleistet bleiben.

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